Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine Übersichtsarbeit zu Long COVID bei Erwachsenen veröffentlicht. Dafür werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die internationale Forschungsliteratur zu Long COVID aus dem Zeitraum zwischen Januar 2020 und Juni 2025 aus. Laut der Arbeit haben etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen 12 Wochen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 Long-COVID-Beschwerden. Dazu gehören unter anderem anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Atemprobleme. Neben Long-COVID-Symptomen zählen auch Organschäden, Verschlechterungen bestehender Erkrankungen oder bestimmte neu auftretende Krankheiten zu möglichen gesundheitlichen Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung.
Außerdem zeigte sich, dass Frauen, Menschen mit Vorerkrankungen und ungeimpfte Personen ein erhöhtes Risiko für Long-COVID-Symptome haben. Etwa jede vierte bis fünfte betroffene Person berichtet, dass die Beschwerden den Alltag stark einschränken. Die Auswertung der Forschungsliteratur zeigte auch, dass sich bei den meisten Betroffenen die Long-COVID-Symptome innerhalb eines Jahres zurückbilden. Bei rund 15 Prozent der Betroffenen bestehen die Beschwerden jedoch auch nach einem Jahr noch. Die Beschwerden können die Lebensqualität der Betroffenen deutlich mindern und die Teilhabe am Alltag stark erschweren.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonen, dass Long COVID nicht nur die Betroffenen und ihre Angehörigen belastet, sondern auch weiterhin eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit und das Gesundheitssystem darstellt. Es sei notwendig, die Forschung zu Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Long COVID und anderen postakuten Infektionssyndromen fortzusetzen und die gewonnenen Erkenntnisse in die medizinische Versorgung Betroffener zu integrieren.
Übersichtsarbeit zu Long Covid bei Erwachsenen